Über die Band

ichotomie – eine Teilung des Ganzen in zwei komplementäre Teile: das Gute und das Böse, das Schöne und das Hässliche, das Licht und die Dunkelheit, die Frau und der Mann – oft verwendet, um die unnötige Verwicklung der vielfältigen Nuancen von Lebenssituationen zu umgehen. Es mag die Einfachheit von nur zwei Möglichkeiten die Tatsache verbergen, dass es viele Musikstile gibt, die freudig Blut durch den Körper schubsen und die Seele erfreuen, wie jene im „Two Beat“-Rhythmus komponiert – den On- ​​und Off-Beat, den schweren und den leichten. Auf dieser rhythmischen Form beruht der Erfolg der Musik, die schon immer die Menschen ekstatisch in einen Tanztrab brachte: die Polka, sei sie nun mit Vergoldung des Wiener Hofes der Gebrüder Strauss verziert, von der klar erkennbaren slowenischen Melodik der Brüder Slavko und Vilko Avsenik geprägt, oder Dixieland-Musik, die im Wesentlichen ein Marsch mit betontem back beat und, genau wie die Polka, eine zwei-Beat-Musikform ist.

Darum ist die erfinderische Synthese der Musik der Avsenik-Brüder und anderer hervorragenden Interpreten dieses Musikgenres mit dem Dixieland-Spielstil, welche sich die erstklassigen slowenischen Musiker in der Oberdixie-Band geleistet haben, keine Überraschung, da beide Musikrichtungen aus den gleichen Wurzeln stammen und, obwohl zeitlich und räumlich unterschiedlich, gleiche freudvolle Gefühle der Seelenrettung erwecken, welche die große Kunst herbeizaubern kann, wie die Avsenik-Musik zweifellos ist. Zudem ist dies „ein Phänomen der Universalität und Einzigartigkeit, welches mit dynamischer und malerischer slowenischer Melodik kombiniert und mit Elementen der Operette und der populären bzw. europäischen Unterhaltungsmusik bereichert ist“, wie der Komponist Prof. Tomaž Habe in seiner Beschreibung der Musik der Brüder Avsenik feststellt. In ähnlicher Weise ist Dixieland die Musik, welche den Beginn der großen Kunst, genannt Jazz, verkörpert und im frühen 20. Jahrhundert (1910er und 1920er Jahre) in New Orleans entstand, im Schmelztiegel von verschiedenen Kulturen der neuen, alten und afrikanischen Welt, und aus einem Zusammenstoß zwischen Leiden und Sehnsucht der schwarzen Sklaven und den kosmopolitischen kreolischen und weißen Kulturen und Bildung. Mit dem Ersten Weltkrieg begann Dixieland seinen Marsch nach Chicago und, dank dem Feingefühl der schwarzen Musiker, der hervorragenden musikalischen Ausbildung der kreolischen Leute und der zweiteiligen rhythmischen Form, die ihren Weg in die europäische klassische Musik fand, verbreitete sich Dixieland nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa und auf der ganzen Welt, was noch heutzutage mit seinen Konzert- und Tanzformen der Fall ist. Die erstaunliche Ähnlichkeit der Avsenik- und Dixieland-Musik, begonnen in den engen, steilen Tälern der Gorenjska-Region (den Nebengewässern der Delta-Sümpfe des Mississippi), mit Wissen über klassische musikalische Arrangements der Polka und dem unverwechselbaren Gefühl für schöne Melodien durchdrungen und aus Leidenschaft und Herz geschaffen, war darauf ausgerichtet, über die eigenen Grenzen hinauszureichen und vielen anderen auf der Welt Freude zu bereiten.
Und ja, den Zuhörer aufzuheitern ist, bei allen Ähnlichkeiten der Avsenik- und der Dixieland-Musik, die gemeinsame, wertvollste Wirkung als auch Synthese beider Musikstile verkörpert in der Oberdixie-Band.

Rok Jurič